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Shodō – eine Reise in eine andere Welt der Kalligraphie

Autorenbild: Orsolya
Orsolya
29. Aug.
2 Min. Lesezeit
Orsolya Fülöp, Kalligraphie Künslterin aus Stuttgart auf dem Shodō (Japanese Calligraphy) workshop in Ungarn

Als Kalligraphin bin ich immer neugierig darauf, neue Schreibwerkzeuge, Techniken und kalligraphische Traditionen kennenzulernen. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, im Rahmen des KYŌSŌ Festivals in Veszprém, Ungarn, an einem Shodō-Workshop (der traditionellen japanischen Kalligraphie) teilnehmen zu können.

Der Workshop wurde gemeinsam vom Japán Centrum Veszprém und dem Művészetek Háza Veszprém organisiert und bot einen wunderbaren Raum, in dem unterschiedliche künstlerische Traditionen und Perspektiven aufeinandertreffen konnten.

Eine neue Art, mit dem Pinsel zu schreiben

Orsolya Fülöp, Kalligraphie Künstlerin aus Stuttgart schreibt konzentriert mit Pinsel japanische Kalligraphie an einem Tisch.

Der Workshop war auch für absolute Anfänger zugänglich und konzentrierte sich auf die Grundlagen des Shodō. Dabei ging es nicht nur um die Schönheit der einzelnen Zeichen, sondern auch um den Rhythmus der Pinselbewegungen, die Harmonie der Bewegung und den Ausdruck, der in jedem einzelnen Strich liegt.

Für mich war besonders spannend, eine Schreibweise kennenzulernen, die sich in Werkzeug, Bewegung und Ausdruck deutlich von meinem eigenen kalligraphischen Hintergrund unterscheidet.


Orsolya Fülöp im Workshopraum hält ein Blatt mit japanischer Kalligraphie; Übungsblätter und Schreibtisch im Hintergrund.

Natürlich sehen meine ersten Versuche aus der Sicht eines erfahrenen Shodō-Kalligraphen vermutlich noch ziemlich unbeholfen aus. Aber genau darum ging es für mich auch gar nicht. Ich wollte ausprobieren, beobachten, lernen und vor allem Freude daran haben, etwas völlig Neues zu entdecken. Das hatte ich definitiv.

Matsukuma Anri war eine wunderbare Kursleiterin, geduldig, aufmerksam und ausgesprochen professionell. Vielen Dank für die schöne Einführung in diese besondere Kunstform und für die inspirierende Erfahrung!

Warum ich gerne Neues ausprobiere

Orsolya Fülöp und die Workshopleiterin üben japanische Kalligraphie am Tisch; die Workshopleiterin im Kimono hält ein Schild, Orsolya Fülöp, Kalligraphie Künslterin aus Stuttgart schreibt konzentriert.

Ich finde, als Künstler muss man nicht jede neue Technik beherrschen oder jede Entdeckung in das eigene Portfolio aufnehmen. Manchmal ist es gerade wertvoll, etwas einfach aus Neugier und Freude am Experimentieren auszuprobieren.

Ein neues Schreibgerät in der Hand zu halten, eine ungewohnte Bewegung zu lernen oder eine andere künstlerische Tradition kennenzulernen, kann den eigenen Blickwinkel verändern. Es kann neue Ideen entstehen lassen, auch wenn man die Technik anschließend nicht selbst anbietet oder dauerhaft in die eigene Arbeit integriert.

Für mich gehört genau diese Offenheit zum kreativen Prozess.


Ein kleiner Hinweis

Ich biete keine japanische Kalligraphie bzw. Shodō als Dienstleistung an. Dieser Workshop war eine persönliche künstlerische Erfahrung und eine Gelegenheit, eine andere kalligraphische Tradition kennenzulernen und mit einem für mich neuen Schreibwerkzeug zu experimentieren.

Ich teile diese Erfahrung hier, weil ich es wichtig finde, auch als Künstlerin neugierig zu bleiben, neue Dinge auszuprobieren und mich von anderen Formen des Schreibens und der Kunst inspirieren zu lassen.

Manchmal muss aus einem Experiment kein neues Angebot entstehen. Manchmal darf es einfach eine schöne Erfahrung sein.

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